Von der Schulklasse in den Hörsaal
Was macht ein Wissenschafter den ganzen Tag, womit beschäftigen sich die Menschen an die Universitäten und in den Unternehmen? Wieso fliegt ein Flugzeug, wie sieht der Weltraum aus und wie leben eigentlich Insekten?
An der KinderUni Linz können Kinder und Jugendliche für einige Ferientage selbst zu Forscherinnen und Forschern werden, ihren Wissensdurst stillen und Neues entdecken. Die leerstehenden Hörsäle werden Anfang Juli von den Kindern erobert. Aber nicht nur an der Johannes Kepler Universität, der Kunstuniversität oder der Pädagogischen Hochschule OÖ, sondern auch an vielen anderen Orten der Stadt wie dem Ars Electronica Center, dem Architekturforum oder dem Schlossmuseum werden von 10. bis 13. Juli im Rahmen der KinderUni Linz Kurse und Workshops zu unterschiedlichen Themen angeboten. Die 167 Lehrveranstaltungen richten sich an unterschiedliche Altersgruppen, an der Kinderuni können Kinder von 5 bis 15 Jahren teilnehmen.
Der Campus der Kepler Universität ist das Zentrum der KinderUni, hier werden 92 Kurse angeboten, die Einblick in die unterschiedlichen Institute geben. Die Dozenten und Dozentinnen passen ihre Forschungsthemen an die junge Zielgruppe an – und so werden Teddybären geheilt, Maschinen beim Träumen beobachtet, Geschäftsideen und Patente entwickelt, Roboter zum Leben erweckt. Im Stifterhaus erdenken die Kinder ihr eigenes Theaterstück, auf dem Universitätsschiff MS Negrelli erforschen sie den Donaugrund und lernen rund um den Mariendom Parcours und Freerunning.
In diesem Jahr gibt es erstmals eine Veranstaltung, an der auch die Eltern teilnehmen können: Bei der „Bat Night“ am Teich des JKU-Campus werden Fledermäuse mit Detektoren erkundet.
Seit mittlerweile 14 Jahren gibt es die KinderUni in Oberösterreich – den Anfang machte Steyr, später entwickelten sich an fünf weiteren Standorten so genannte Schlaufuchs-Akademien, die mittlerweile auch KinderUnis heißen: Nun gibt es das Format in Hagenberg, in Wels, im Ennstal, im Almtal und eben in Linz.
Die Anmeldung für die KinderUni Linz startet am Montag, 15. Mai 2017 und erfolgt online über die Homepage der KinderUni.
Die Teilnahme an der KinderUni kostet 18 Euro, die einzelnen Lehrveranstaltungen und Kurse können individuell zusammengestellt werden.
Das detaillierte Programm der KinderUni Linz gibt es hier zu lesen.
Linzerkind traf Birgit Schober-Pointinger, die Projektleiterin der KinderUni Linz, bei der KinderUni-Programmpräsentation zu einem Interview:
Linzerkind: Seit wann gibt es die KinderUni Linz?
Birgit Schober: Im Kulturhauptstadtjahr 2009 entstand aus der 2004 gegründeten KinderUni Steyr im Linzer Keplersalon der „Salon der Schlaufüchse“, daraus hat sich an der Kepleruni die Schaufuchs-Akademie, der Vorläufer der KinderUni Linz, entwickelt. Wir hatten jährlich 120 Kinder, mittlerweile sind es über 800 Kinder, das ist jetzt doch recht groß geworden. Aber das braucht es auch, Linz ist ja auch eine große Universitätsstadt.
Was ist das Besondere am Format Kinderuniversität?
Ich sehe die KinderUni als Impulsgeber. Mir geht es nicht so sehr darum, dass die Kinder bestimmte Fertigkeiten lernen, sondern dass sie etwas Neues kennenlernen und dann vielleicht selber vertiefen. Es sind Impulse, bei denen sie unsere große spannende Welt entdecken und kennenlernen.
Ist ein wesentlicher Teil der Faszination auch, besondere Orte wie die Universität zu sehen, einmal im Hörsaal zu sitzen?
Es geht auch darum, diese Orte bekanntzumachen und Hemmschwellen abzubauen. Es ist leider noch immer das Gerücht unterwegs, zur KinderUni dürfen nur die ganz Hochbegabten. Die KinderUni ist für alle da, jedes Kind ist hochbegabt. Wir möchten wirklich alle erreichen, auch jene aus bildungsferneren Schichten, die glauben, ihr Kind könne dort nicht hingehen.
Wo liegen die Schwerpunkte der KinderUni Linz?
Bei uns wird wirklich sehr viel abgedeckt, weil wir so viele Partner haben. An der Kepler-Universität sind es allein 35 verschiedene Institute, die sich an der Kinderuni beteiligen - da geht es von Kunststofftechnik über Recht bis zu internationalem Management. An der Kunstuni haben wir Tanz und Theater, es ist ein sehr buntes Programm.
Wie schwierig ist es Plätze zu bekommen?
Manche Kurse sind sehr schnell ausgebucht, das kann man oft gar nicht so genau vorhersagen. Wir haben manche Bestseller, die dann im nächsten Jahr wiederkommen. Ab 15. Mai bis zur Kinderuni können über unsere Homepage die Plätze reserviert werden. Wir erweitern das Programm auch deshalb immer wieder, weil wir möchten dass genug Plätze da sind. So schlimm ist es aber nicht. Unser Programm beginnt bei den Kindern für 5 Jahre - bei den Jugendlichen merken wir, dass es schwieriger wird sie zu motivieren, da ist es einfacher auch spät noch Plätze zu bekommen.
Haben Sie ein besonderes Highlight in diesem Jahr?
Das ist schwierig, mich spricht selbst vieles an, das ich gerne miterleben würde. Sicher sehr speziell ist heuer das Theaterstück „Wir pfeifen auf der Gurkenkönig“ an der Pädagogischen Hochschule OÖ. Das Stück ist eine Impulsvorlesung für vertiefende Workshops für die verschiedenen Altersgruppen. Da geht es um Politik und Zusammenleben, ein weiterführendes Theaterstück wird entwickelt. Es geht uns auch darum, Werte wie Partizipation und Zivilcourage zu thematisieren. Kurse, in denen gebastelt wird, sind zwar leichter zu füllen als so ein anspruchsvoller Kurs, aber das wird eine sehr spannende Sache.
Zu Info und Anmeldung zur KinderUni Linz geht es hier.
Die übrigen Standorte der KinderUni:
Die KinderUni Almtal findet von 10. bis 12. Juli statt.
Die KinderUni Ennstal findet von 12. bis 14. Juli statt.
Die KinderUni Hagenberg findet von 17. bis 19. Juli statt.
Die KinderUni Wels findet von 17. bis 19. Juli statt.
Die KinderUni Steyr findet von 28. bis 31. August statt.
Fotos: KinderUni OÖ